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Glühen/Vergüten
Das Angebotsspektrum der PVA-LWT im Bereich der Wärmebehandlungstechnik
erstreckt sich über die gesamte Palette der Glühtechniken
bis hin zum Vergüten von lufthärtenden Stählen.
Das Vergüten dient der gezielten Einstellung
einer Materialhärte. Mit PVA-Wärmebehandlungstechnik
können ausschließlich Stähle mit lufthärtenden
Eigenschaften vergütet werden, wie z.B. der martensitisch-ferritische
Chromstahl X20Cr13.
Ein
Beispiel stellt das Ritzel dar, welches durch Vergüten
in PVA-Öfen auf eine Makrohärte von HB 250 eingestellt
wird.
Eine Besonderheit dieses Bauteils liegt in der Verknüpfung
des Vergütungsprozesses mit einem Vakuumlötprozess.
So wurde bei diesem Bauteil die Löttemperatur für
das Anlöten des Innenvierkantprofils an den Ritzelgrundkörper
der Austenitisierungstemperatur des Stahles angepasst. Nach
dem Schnellkühlen (Abschreckhärten) werden die Bauteile
unmittelbar bei ca. 550°C angelassen.
Weitere bei PVA-LWT durchgeführte Wärmebehandlungen
sind:
Diffusionsglühen:
Dient der Beseitigung von Gefügeinhomogenitäten
bzw. stofflichen Konzentrationsunterschieden im Werkstück.
Hierzu liegt die Glühtemperatur i.d.R. dicht (ca. 100
bis 200 K) unterhalb der Solidustemperatur des zu behandelnden
Materials.
Bei gelöteten Baugruppen, welche mit Nickel-Basislot
hergestellt werden, führt das Diffusionsglühen zu
einer verminderten Hartphasenbildung im Fügezonenbereich,
was wiederum erhebliche Eigenschaftsverbesserungen der Lötverbindung
zur Folge hat.
- Rekristallisationsglühen:
Wird eingesetzt zur Neuorientierung/Entspannung eines infolge
einer Kaltverformung verspannten Gefüges. Rekristallisationsglühungen
werden oft nach umformenden Fertigungsprozessen wie dem
Tiefziehen durchgeführt, um einer Rissbildung durch
das stark verfestigte Gefüge entgegenzuwirken.
- Spannungsarmglühen:
Wird zur Beseitigung innerer Spannungen eingesetzt, welche
durch ungleichmäßige Temperatureinflüsse
(z.B. beim Schweißen) und mechanische Bearbeitung
entstehen. Üblicherweise werden im Vorfeld von Lötprozessen
die spanend bearbeiteten (gefrästen) Lötkomponenten
spannungsarmgeglüht, um einen Verzug während des
späteren Lötprozesses zu vermeiden. Die Glühtemperaturen
im Vakuum liegen je nach Werkstoff zwischen 650°C und
900°C.
- Entgasungs-/Reinstglühen:
Durch Reinstglühen werden Oberflächenverunreinigungen
(z.B. Kohlenstoffanteile) auf Werkstücken, die durch
konventionelle Nassreinigungsverfahren nicht gelöst
werden können, beseitigt. Anwendungen für derartige
Glühbehandlungen finden sich bei Ultrahochvakuum-Bauteilen/-Komponenten
sowie in speziellen Bereichen der Medizintechnik.
Das Entgasungsglühen unter Hochvakuum dient der Entfernung
der im Werkstoff gelösten Gase. Ein Beispiel stellt
das Wasserstoffentgasen bei Stählen dar.
Vorteile der Vakuum-Wärmebehandlung sind insbesondere
die Vermeidung von Verzug aufgrund gleichmäßiger
Aufheiz- und Abkühlbedingungen der Bauteile im geschlossenen
Rezipienten sowie die Vermeidung von Anlauffarben aufgrund
der Vakuumatmosphäre. Die verschiedenen Wärmebehandlungensarten
führen daher zu metallisch blanken Bauteilen.
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